Raid Cambodia

Raids nennen die ENThusiasten spezielle Ausflüge/Rundfahrten, die sie meist im Konvoi unternehmen. Oft im Anschluss an ein Ententreffen (Treffen der 2cv-Freunde). Z.B. 2001, da gab es die Raid Austria. Eine originelle Wortkreation ist "Raid Mosquito". Die fand im Sommer 1993 im Anschluss an das Weltententreffen in Finnland statt. Bei den unangenehmen nördlichen Stechmücken ist der Name zwar verständlich, ich würde eine Raid Cambodia aber nicht unbedingt "Raid Anopheles" oder "Malaria Masters" nennen. Bereits Anfang der 70-er-Jahre hat Citroen sogenannte "Rallye Raids" veranstaltet. Heute noch gibt es Oldtimer-Rallyes, z.B. Raid Suisse-Paris.

Übrigens ein blödes/unglückliches Wort, dieses "Raid". Schaut man in den Englisch-Langenscheidt, steht dort Raubzug und Überfall. Auch das Wort Razzia ist irgendwie verwandt. Raid bedeutet auch "Angriff". Zum Beispiel Air Raid, also Luftangriff. Da freuen sich die Kambodschaner sicher, wenn wir eine "Raid Cambodia" veranstalten. Ist ja schon lange her, das mit dem Ho Chi Minh-Pfad und den Amis, und ihren Tonnen an illegal abgeworfenen Bomben. Der dämliche abgewählte Bush (den wir wohl nicht, auch wenn er von vielen als Ente - allerdings als lame duck - bezeichnet wird, in unseren Fanclub aufnehmen) mit seinen Irak-Aktivitäten trug auch nicht dazu bei, dass das Wort Raid auf Nicht-2cv-Freunde und Khmers positiver/harmlos/neugierdeerweckend wirkt.

Historisch belegt und filmisch dokumentiert ist der Besuch der nicht unhübschen Grabräuberin (Tomb Raider) Lara Croft. Die im Herzen von Angkor einen Schatz zu entwenden versucht. Naja, nun müssen wir den KambodschanerInnen zusätzlich auch noch verständlich machen, dass unsere 2cv's keine Grabräuberfahrzeuge sind.

Auf einem Filmplakat zur Citroen-Sahara-Durchquerung 1922 erkennen wir, dass diese Expedition bereits damals als "Raid Citroen" bezeichnet wurde. Und dass unser "Raid" natürlich ein französisches Wort ist. Also auf zum nächsten Langenscheidt. Offensichtlich sind meine Wortwälzer nur für Mäßig-Fortgeschrittene geeignet. Die Lösung bringt mir das für doppelte Universitätsprofessoren/Überpolyglotte/Sprachgenies/Tüftler herausgegebene Mega-Wörterbuch: Raid bedeutet im erweiterten Sinn auch "Streifzug". Dann passt ja alles, an dem kann ich mich festhalten. "Streifen" passt auch von der Geschwindigkeit her zur Ente. Und klingt weniger gefährlich als "Rallye". Nur mit dem Artikel hab ich Probleme. Es heißt "le Raid", alle deutschsprachigen Entenfahrer sagen von Geburt an "die Raid".

Auf unsere Kambodscha-Touren wäre der berühmte Entenvater Andre Citroen sicher stolz. Das Marketing-Genie organisierte bereits 1931/32 die legendäre "Croisiere Jaune", die Gelbe Kreuzfahrt. Mit Halbketten-Fahrzeugen. An der nahmen auch Journalisten, Kameraleute und Wissenschafter teil. Über Persien und Afghanistan gelangte diese Expedition bis nach China, dann musste Citroen die Teilnehmer zurückrufen. Aus politischen Gründen (Aufstände und Streiks gegen die Kolonialmächte/japanische Invasion in Shanghai) und wegen der Weltwirtschaftskrise. Der Reiseverlauf sollte noch weiter durch die französische Kolonie Indochina (somit auch Kambodscha), nach Burma, Thailand (Siam) und Indien führen. Wäre jedenfalls toll gewesen, sich in Kambodscha im Citroen auf historischen Spuren Citroens zu bewegen. Und im Gästehaus von Alfred zu nächtigen.

Enten-Experte Ingo Meier schreibt in seinem lesenswerten 2cv-Buch über Raids, ab 1970 von Citroen organisierte Fernrallyes. Die erste, "Paris-Kabul-Paris", hatte über 1000 Teilnehmer mit 494 2cv´s, Dyanes und Meharis. 16.500km wurden zurückgelegt. 1971 folgten die Persepolis-Raid, 1973 die Raid Afrique.



Mit unseren Kambodscha-Rundfahrten, den "Raid Cambodia" setzen wir jedenfalls eine Tradition fort: spannende Fernreisen mit der Ente.

(ausschnittweise unter Verwendung von Texten, die Mitte 2009 als Buch unter dem Titel "Kambodscha ENTschleunigt" erscheinen werden)

NEWS (Nov 2008)

Erste Raid-Gruppe der heurigen Wintersaison

Mitte November 2008 war eine deutsche Sondergruppe mit Thomas Franz (Werkstatt DIE ENTE/Münster) in Kambodscha unterwegs.
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Der Bokhor-Berg ist vorerst für Besucher gesperrt

Der Berg Phnom Bokhor im Südwesten nahe der Küste, der wegen der Ruinen und dem Geisterhotel auf dem Gipfel und der extrem schwierigen Auffahrt bei zahlreichen Abenteurern ein besonders ausgefallenes Ziel ist, ist seit kurzem nicht mehr zu besuchen.
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Chea bleibt unser Mechaniker

Weiterhin ist der beste (weil einzige) 2cv-Mechaniker Kambodschas bei und mit uns.
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