Raid Kambodscha

Ein Reisebericht von Enten-Fan Klaus Otto (erschienen im Internet-Magazin Citroenchen www.citroenchen.de) Es war beim Welttreffen in Italien. Es war dunkel und wir hatten schon einige Biere getrunken. Plötzlich erzählte jemand von einem österreicher, der eine Raid durch Kambodscha machen will. Er wusste noch nicht wann, er hatte auch noch keine Enten dort, aber er wollte Leute finden, die mitmachen wollen.

Eigentlich war diese Begegnung längst vergessen, bis wir Anfang 2006 ein Mail aus österreich an das Citroënchen mit einem Bericht über eine Rundfahrt in Kambodscha bekamen (siehe Ausgabe 2/2006). Sofort nahm ich mit Walter Kontakt auf und erfuhr, dass Thomas Franz von "Die Ente" in Münster im Frühjahr 2007 eine Tour plane. Nach Rücksprache mit Thomas habe ich mich sofort für die Tour angemeldet.

Am 4.3.2007 war es dann soweit. Flug ab Amsterdam. Acht Personen trafen sich am Flughafen, und es ging über Bangkok nach Phnom Penh. Dort kamen noch zwei österreicher dazu. Somit waren wir zehn Personen in fünf Enten, die am nächsten Tag starten wollten. Morgens stand dann eine Ente direkt am Hoteleingang. Während ich diese betrachtete, sprach mich ein älterer Mann an. Er war Amerikaner und mit einer Gruppe unterwegs. Er wollte wissen, ob ich dieses ulkige Auto selbst gebaut habe. Ich erzählte ihm, dass man das Auto mal kaufen konnte. Er wollte dies erst glauben, als ich ihm die vier anderen Enten, die hinten auf dem Parkplatz standen, zeigte. Ich erzählte ihm, dass wir jetzt 10 Tage damit durch das Land fahren würden, und er war ganz begeistert. Plötzlich hupte es. Hinter uns stand der volle Bus und der Fahrer winkte ihm, dass er kommen sollte. Er meinte, im Bus sitze seine Frau, die habe das ganze Geld, und ging mit sehnsüchtigem Blick auf die Enten zu seinem Bus. Er wäre liebend gern mit uns und unseren ulkigen Autos mitgefahren.

Da kamen die anderen Teilnehmer. Das Gepäck wurde in das Begleitfahrzeug geladen und die Enten wurden verteilt. Es stellte sich heraus, dass Wolfgang aus Wien noch nie Ente gefahren war, aber er meinte, dass er einen Entenfahrer kenne. Nach einer kurzen Einweisung fuhr Wolfgang die ganze Strecke ohne Probleme.

Es ging gemeinsam aus der Stadt, am Fluss Tonle-Sap entlang, immer umgeben von einer Meute Mopeds, die kreuz und quer wie eine Horde Insekten um uns herum schwirrten. Nach ca. 50 km überquerten wir den Fluss mit einer Fähre und landeten auf der anderen Seite des Flusses in einem Dorf mit vielen Buden. Hier gab es u.a. Obst und kalte Getränke zu kaufen. Außerdem standen dort verschieden große Plastikflaschen mit bräunlicher Flüssigkeit. Es stellte sich heraus, dass dies Benzin war, das Literweise verkauft wurde. Diese "Tankstellen" sahen wir dann überall auf der Strecke.

Irgendwann machten wir Rast und es gab Mittagessen. Wir waren in einer Gegend, die in ganz Kambodscha wegen ihrer Spezialität bekannt ist. Es gab schwarze, gegrillte Spinnen. Selbst unser kambodschanischer Führer winkte ab. Aber es gab ein deutsch/österreichisches Wettessen.

Am Nachmittag wurde dann der erste Tempel Wat Angkor besichtigt und in Kampong Cham, im Hotel Mekong, übernachtet.

Am nächsten Tag ging es die Nationalstraße Nr. 6 in Richtung Siem Reap, wo der groß Angkor-Komplex ist. Wir fuhren bei strahlendem Sonnenschein und beobachteten eine große Wolke, aus der es plötzlich für fünf Minuten regnete. Zum Glück waren wir am Rand der Wolke, denn im Zentrum der Wolke muss es richtig geschüttet haben. Dies stellten wir fest, als wir von der Hauptstraße abbogen, um für ca. 60 km Piste zu fahren. Eine Piste voller Schlaglöcher, die mit Wasser gefüllt waren. Dementsprechend sahen unsere Autos dann aus.

Für drei Tage waren wir dann im Bereich von Siem Reap in den einzelnen Tempeln unterwegs. Ein neues Verkehrsschild gab es für uns auch zu sehen. Um dann ein paar Minuten später den ersten Elefanten mit der Ente rechts zu überholen.

Zum Abschluß der Besichtigung der Tempel wurde noch ein Foto mit Enten an dem großen Tempeleingang gemacht. Ein Ausflug führte uns zum Tonle-Sap-See dem größten See Asiens der sehr viele Fische hat. Hier gibt es schwimmende Dörfer. Die Leute leben in ihren schwimmenden Häusern und es gibt Geschäfte und Lokale die ebenfalls im See schwimmen.

Zurück auf dem Land liefen uns auf dem Weg zu den Autos viele Kinder nach. Plötzlich sahen wir ein Mädchen mit einem interessanten T-Shirt. Offensichtlich ist hier wohl ein Sack einer Kleidersammlung aus Europa angekommen. Es ging dann wieder zurück nach Phnom Penh und von dort ans Meer nach Sihanoukville. Dort gibt es traumhafte Strände mit ganz feinem, weißem Sand und abends konnte man direkt am Wasser sitzen und sich frischen Fisch grillen lassen. Hier waren wir drei Tage zur Erholung. Dann ging es wieder zurück nach Phom Penh um abends über Bangkok nach Amsterdam zurück zu fliegen.

Wir waren insgesamt ca. 1250 km unterwegs, in einem Land, das etwa halb so groß ist wie Deutschland. Die Enten fuhren gut, lediglich eine Benzinpumpe gab ihren Geist auf. Trotz der teilweise schlechten Straßen hatten wir keinen Platten, vor dem ich mich gefürchtet hatte, denn ein Radwechsel bei ca. 35 bis 37 Grad C im Schatten ist bestimmt nicht angenehm.

Auch mit dem Essen gab es keine Probleme. Wie assen sehr oft das Essen der Einheimischen. Reis, Nudeln und Fleisch oder Fisch. Wenn man unterwegs ist, sind die Restaurants teilweise so ein Art "Drive-In". Sie ähneln einer Fabrikhalle, nach einer Seite offen, man kann mit dem Auto reinfahren und im Schatten parken. Daneben gibt es dann das Essen. Oder man holt sich direkt an der Straße etwas.

Wenn man diese Reise mit einem Bus gemacht hätte, wäre man "Einer von Vielen" gewesen. Der besondere Reiz war die Ente. überall an den Straßen standen die Leute und es wurde ständig gewunken. Die Kinder liefen die Straße entlang und lachten fröhlich und die Freude war riesengroß, als wir mitgebrachte Luftballons aus den Autos warfen. Auch ließen sich die Leute gerne fotografieren. Bei einem Halt an einer Fahrradwerkstatt holte der Besitzer gleich seinen Sohn und seine Frau, um für das Foto zu posieren. Alles in allem war es eine tolle Reise, mit einer gut harmonisierenden Gruppe.

Klaus Otto

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